LuCast - Der Filmpodcast mit Lucas Gröning und Lucas Knabe

LuCast - Der Filmpodcast mit Lucas Gröning und Lucas Knabe

#70 - Das kalte Herz (1950)

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Herzlich willkommen zur ersten Episode des neuen Jahres! Eigentlich wollten wir bereits in der vergangenen Vorweihnachtszeit über DAS KALTE HERZ (1950) reden, was aber aus verschiedenen Gründen nicht funktionierte. Wir finden jedoch, Paul Verhoevens Märchenfilm hat durchaus jahreszeitlose Qualitäten, weswegen wir die Folge nun nachholen. Vermutlich sind die ersten Leser bereits beim Namen des Regisseurs aufgeschreckt, doch erstaunlicherweise handelt es sich hier nicht um den Schöpfer von TÜRKISCHE FRÜCHTE, TOTAL RECALL sowie BASIC INSTINCT, sondern einen DDR-Filmemacher mit identischem Namen. Und DDR ist gleich das richtige Stichwort, denn wir reden u.a. darüber, inwiefern der Einfluss der DEFA für die Gestaltung des Films von Wichtigkeit war, welche konkreten Änderungen im Vergleich zu Wilhelm Hauffs Märchenvorlage vorgenommen wurden und warum sich der Film trotz seiner propagandistischen Tendenzen noch gegenwärtig großer Beliebtheit erfreut.

Viel Spaß beim Zuhören! Das nächste mal folgt unser Rückblick auf das Filmjahr 2025.

#69 - Gesichter des Todes (1978)

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In den 1960er- und 1970er-Jahren etablierte sich in Italien ein Genre, das unter dem dem Namen "Mondo-Film" weltweit Beachtung erlangen konnte. Eine Kombination aus dokumentarischem Archivmaterial, eigens inszenierten pseudodokumentarischen Aufnahmen, affektiv-wirkenden Gewalt- und Wunddarstellungen, sowie stereotypisierenden bis rassistischen Skizzierungen nicht-westlicher Kulturen prägten die Filme von u.a. Gualtiero Jacopetti, Franco Prosperi und Gianni Proia. 1978 versuchte sich der amerikanische Regisseur John Alan Schwartz an dem Konzept und veröffentlichte mit FACES OF DEATH (zu deutsch: GESICHTER DES TODES) einen Film ähnlicher Machart. Wir unterhalten uns zunächst über das Mondo-Film-Genre im Allgemeinen, legen das strukturelle Konzept von Schwartz' Film offen und philosophieren über rezeptionsästhetische Fragestellungen, die mit der Erfahrung eines solchen Werkes einhergehen.

Viel Spaß beim Zuhören! Das nächste mal reden wir über DAS KALTE HERZ (1950) von Paul Verhoeven.

Entwarnung: Entegegen der Aussage im Podcast werden wir dieses Jahr nicht mehr dazu kommen, die Episode zu DAS KALTE HERZ aufzunehmen. Wir besprechen den Film in der ersten Folge des kommenden Jahres und wünschen euch Frohe Weihnachten sowie einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

#68 - Wolfen (1981)

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1969 fand das legendäre Woodstock-Festival statt, welches als Höhepunkt der Hippie-Bewegung in den USA gilt und bis heute seine Spuren in der amerikanischen Kulturgeschichte hinterlassen hat. Damals anwesend war auch ein gewisser Michael Wadleigh, der das Festival mit der Kamera begleitete und 1970 mit WOODSTOCK einen viel beachteten Film veröffentlichte, in welchem Konzertaufnahmen von Jimi Hendrix, Eric Clapton, Janis Joplin und Co. präsentiert wurden. Ein weiterer Film des Regisseurs ist der 1981 veröffentlichte WOLFEN, in dem ein von Albert Finney porträtierter Ermittler der Spur einer mysteriösen Mordserie folgt und sich im Zuge dessen mit einem indigenen Wolfskult konfrontiert sieht. Wir reden darüber, inwiefern der Film dominierende gesellschaftspolitische Themen seiner Zeit aufgreift und als genreübergreifender Transgressionsfilm ein Scharnierwerk zwischen New Hollywood und dem Horrofilm der 1980er-Jahre darstellt.

Viel Spaß beim Zuhören! Das nächste mal reden wir über GESICHTER DES TODES (1978) von John Alan Schwartz.

#67 - The Conjuring (2013)

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Anfang der 2000er-Jahre trat mit James Wan ein Regisseur auf die Bühne, der das amerikanische Horrorkino veränderte. Mit seinem Debütfilm SAW aus dem Jahr 2004 schuf er ein Werk, welches den Startschuss für eine ganze Reihe an grenzüberschreitenden Filmen markierte, die mit den Mitteln von ästhetisierten Gewalt- und Wunddarstellungen sowie einem vermeintlichen Realismusversprechen nichts weniger als eine Terrorisierung ihres Publikums forcierten. Ganz anders, aber mit einigen Parallelen, erscheint sein Film THE CONJURING aus dem Jahr 2013, welcher sich in die Tradition des Exorzismusfilms stellt, ein Realismusversprechen zumindest andeutet und im Spannungsfeld von Immersion sowie Anti-Immersion das effektive Inszenieren von Schaueratmosphäre exemplarisch demonstriert.

Viel Spaß beim Zuhören! Das nächste mal reden wir über WOLFEN (1981) von Michael Wadleigh.

#66 - Scarface (1932)

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Wenn man über SCARFACE redet, kommt einem wahrscheinlich als Erstes Brian de Palmas furioser Gangsterfilm aus dem Jahre 1983 in den Sinn. Die ikonische Darstellung des Tony Montana durch Al Pacino hat sich beispiellos ins popkulturelle Gedächtnis gebrannt und die Vorstellung des Gangstertums der 1980er-Jahre nachhaltig beeinflusst. Oft geht jedoch unter, dass es sich bei de Palmas Film um ein Remake des bereits 1932 erschienenen Films von Howard Hawks handelt – einem Werk, welches nicht nur den klassischen Hollywood-Gangsterfilm mitetablierte, sondern im Rahmen seiner weitreichenden Zensurgeschichte eine innerdiegetische Auseinandersetzung über die Freiheit der Filmkunst offenbart.

Viel Spaß beim Zuhören! Das nächste mal reden wir über THE CONJURING (2013) von James Wan.

#65 - The Zone of Interest (2023)

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Nachdem wir uns in der letzten Folge des LuCast mit den surrealistischen Dimensionen in David Lynchs LOST HIGHWAY (1997) beschäftigten, geht es heute um das historische Grauen in der realen Welt. Jonathan Glazers THE ZONE OF INTEREST konfrontiert sein Publikum mit der Gleichzeitigkeit von Alltagsbanalität und Ausnahmezustand, indem er das Leben der Familie Höß vor dem Hintergrund der industriellen Menschenvernichtung im Konzentrationslager Auschwitz zeigt. Im Fokus steht dabei die Frage nach der Interessenszone der Zuschauer: Auf der einen Seite die voyeuristische Beobachtung des idyllischen Familienlebens, dessen Darstellung ab einem bestimmten Punkt den Schritt ins Melodramatische gehen könnte (Stichwort: Big Brother in a Nazi house); auf der anderen Seite die Gräueltaten jenseits der Mauer, welche uns fast ausschließlich durch die Gestaltung der auditiven Ebene vermittelt werden.

Viel Spaß beim Zuhören! Das nächste mal reden wir über SCARFACE (1932) von Howard Hawks.

#64 - Lost Highway (1997)

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Da sind wir wieder! Nach einer etwas längeren Pause melden wir uns mit einer neuen Episode unseres Filmpodcasts zurück, für die wir uns gleich einen echten Brocken vorgenommen haben: LOST HIGHWAY (1997) von David Lynch. Gemeinsam werfen wir einen Blick auf Fred Madison, gespielt von Bill Pullman, dessen sexuelle Frustration ihn dazu treibt, Gewalt gegenüber seiner Frau auszuüben und sie schlussendlich brutal zu ermorden. In der Folge verwandelt sich Fred in einen anderen Menschen und führt von nun an das Leben einer jüngeren, vitaleren Version seiner selbst - zumindest, wenn man den Film auf diese Weise lesen möchte, denn schnell wird klar: LOST HIGHWAY bietet vieles – nur keine eindeutigen Antworten auf die vielen Fragen, die der Film aufwirft. Wir reden darüber, wie Lynch durch eine Kombination aus surrealistischen Motiven, Genreelementen und intertextuellen Bezügen ein Werk schafft, das einen enormen Interpretationsdruck evoziert - und bis heute nichts von seiner Rätselhaftigkeit verloren hat.

Viel Spaß beim Zuhören! Das nächste mal reden wir über THE ZONE OF INTEREST (2023) von Jonathan Glazer.

#63 - Miami Vice (2006)

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Es wird wieder Zeit für einen Film von Michael Mann! Nachdem wir uns bereits mit seinem Kinodebüt THIEF aus dem Jahre 1981 beschäftigt haben, gehen wir nun ein paar Schritte weiter. 2006 beschloss der Regisseur von MANHUNTER, HEAT und Co., die von ihm produzierte Serie MIAMI VICE aus den 1980ern zu adaptieren und einen gleichnamigen Film aus der Vorlage zu stricken, welcher allerdings in die zeitgenössische Gegenwart der 2000er verlegt wurde. Was dabei herauskommt ist ein Werk, welches nicht nur damalige, gesellschaftliche Tendenzen zur Paranoia, ausgelöst durch eine Allgegenwärtigkeit von Digitalisierung und Überwachung, zu reflektieren weiß, sondern im Spannungsfeld von Immersion und Immersionsbrechung eine Lehrstunde der filmischen Aufklärung auf die Leinwand projiziert.

Viel Spaß beim Zuhören! Das nächste mal reden wir über LOST HIGHWAY (1997) von David Lynch.

#62 - Mein Essen mit André (1981)

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Es tut uns leid! Erneut haben wir uns mit der Produktion einer neuen Folge exorbitant lang Zeit gelassen. Terminstress, Krankheit und alle anderen üblichen Ausreden seien an dieser Stelle genannt, um das anspruchsvolle Publikum (damit ihr seid gemeint) zu besänftigen, welches sich alle paar Monate erbarmt, unseren Podcast per Rezeptionsvorgang würdigen. Doch wir mussten auch viel nachdenken. Über das Existieren in der Welt, die Frage nach einem guten Leben, den Umgang der Menschen untereinander und was das alles mit Kunst zu tun hat. Den Anlass für diese Reise des Reflektierens bot uns Louis Malles Film MEIN ESSEN MIT ANDRÉ, in welchem uns über knapp zwei Stunden eigentlich nur das Gespräch zweier alter Freunde präsentiert wird. Doch ist das einfach nur abgefilmtes Theater oder findet hier ein Pionier der Nouvelle Vague genuin filmische Gestaltungsoptionen, um das im Dialog Ausgesprochene auf eine Weise begreiflich zu machen, wie es anders vielleicht unmöglich wäre? Findet es heraus!

Viel Spaß beim Zuhören! Das nächste mal reden wir über Michael Manns MIAMI VICE (2006).

#61 - Jahresrückblick 2024

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Liebe Freunde, wir haben es endlich geschafft und den vermutlich spätesten Jahresrückblick der Filmpodcast-Gemeinde aufgenommen - dafür aber gleich mit Überlänge. In knapp 3,5 Stunden teilen wir unsere Gedanken zum vergangenen Jahr, sprechen über Entwicklungen des Kinos, unsere eigene Filmrezeption, sowie persönliche Highlights und Lowlights aus 2024.
Viel Spaß beim Zuhören!

In der nächsten Episode reden wir über MEIN ESSEN MIT ANDRE (1981) von Louis Malle.

Über diesen Podcast

In unregelmäßigen Abständen schwadronieren und diskutieren die Filmenthusiasten Lucas Gröning und Lucas Knabe über ausgewählte Filme, die nach bestem Wissen und Gewissen betrachtet und analysiert werden, um filmische Qualitäten, Interpretationen und persönliche Sympathien mit euch zu teilen.

von und mit Lucas Gröning, Lucas Knabe

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